Quelle: GN Nordhorn v. 08.01.2010
„Bürger sind im eigenen Haus nicht mehr sicher“
Zahl der Raubüberfälle in der Twente hat sich in einem Jahr verdoppelt – Täter oft Jugendliche
fg Enschede. Die Polizei Twente macht sich Sorgen über die zunehmende Zahl gewalttätiger Raubüberfälle im niederländischen Grenzgebiet. Wie der Twenter Polizeichef Martin Sitalsing jüngst zur Kriminalitätsentwicklung in der Region sagte, seien die Bürger derzeit selbst im eigenen Haus nicht mehr sicher.
Laut Sitalsing verzeichnete die Polizei Twente im vergangenen Jahr 54 Raubüberfälle gegenüber 27 im Jahr 2008. Bei gut 20 dieser Raubüberfälle schlugen die Täter im Haus ihrer Opfer zu und gingen dabei zumeist sehr brutal vor. „Ich bin froh, dass es noch keine Todesopfer gegeben hat“, meinte Sitalsing.
ach Angaben des Twenter Polizeichefs handelt es sich bei den Tätern zumeist um Jugendliche, die maskiert und bewaffnet die Straftaten begingen. Ihre Opfer seien häufig Geschäftsleute und die Täter würden sich auch nicht scheuen, bei Bekannten in der unmittelbaren Nachbarschaft zuzuschlagen. Dabei gingen sie oft bemerkenswert rücksichtslos gegen Menschen vor. Eines der Opfer habe beispielsweise Den Ring der gerade verstorbenen Ehefrau herausgeben müssen.
ach Ansicht von Sitalsing weist die zunehmende Zahl von Überfällen an der Haustür darauf hin, dass Firmengebäude und Betriebsgelände, die sonst Ziel von Raubzügen waren, sicherer geworden sind. Raubüberfälle gäben den jugendlichen Täter zudem nebender Beuteb einen persönlichen „Kick“ und die Möglichkeit, sich in der eigenen Clique zu beweisen.
Vor allem den kriminellen Jugendbanden, von denen es drei in Enschede und in Twenterand geben soll, hat Polizeichef Sitalsing den Kampf angesagt. Er will Teams von Sonderermittlern bilden und setzt zudem auf die Hilfe der Bürgerschaft. |