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Quelle: GN Nordhorn vom 16.12.2009

16.12.2009

Schaden durch kriminelle Mitarbeiter

Sicherheit in Unternehmen Thema beim Wirtschaftsverband Emsland

sol Meppen. Das wirksamste Mittel zur Vermeidung von Schäden durch kriminelle Innentäter sind ein schlüssiges Präventionskonzept und dessen konsequente Durchsetzung. Das ist das Fazit eines Seminars aus der Reihe „Sicherheit in Unternehmen“ des Wirtschaftsverbandes Emsland und der Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim im Meppener Stadthaus.
Das Thema „Innentäter – Erkennen, Sensibilisieren und Vorbeugen“ beleuchteten Experten aus drei verschiedenen Bereichen. Kriminaldirektor Carsten Denneburg und Kriminalhauptkommissar Thomas Reinecke von der Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim referierten über Erfahrungen aus der regionalen kriminalpolizeilichen Ermittlungspraxis. Zum Lagebild der Wirtschaftskriminalität sprach Wieland Mundt, stellvertretender Geschäftsführer des Verbandes für Sicherheit in der Wirtschaft Norddeutschland, aus Hannover. Die Moderation hatte Polizeihauptkommissar Klaus Hackmann.
Wie erkenne ich Innentäter? Mit dieser Frage beschäftigte sich der Bremer Securitymanager Frank Schomäker. Die Täter kämen zu 80 Prozent aus dem Kreis der eigenen Mitarbeiter. In Anbetracht ihrer legalen Zugangsmöglichkeiten und ihrer Kenntnisse über innerbetriebliche Schwachstellen seien sie in der Lage, dem Unternehmen mehr Schaden zuzufügen, als externe Täter es je könnten. Motive seien finanzielle Anreize, Schulden, fehlende Loyalität oder Rache.
„In der heutigen Zeit herrscht in der Geschäftswelt ein Krieg“, machte Schomäker klar. Angesichts eines verschärften Wettbewerbs und angespannter Wirtschaftslage gewinne die Notwendigkeit, sich gegen Betriebskriminalität zu schützen, zunehmend an Bedeutung. Doch woran erkenne ich, dass jemand kriminell wird und dem Unternehmen schadet? In Antwort darauf wies Schomäker auf Signale wie zunehmende Materialverluste, Inventurdifferenzen, erhöhte Telefonkosten, hohe Abschreibung, Betriebsstörungen oder Akten- und Dokumentenverluste hin. Wichtig seien effektive Kontrollsysteme.
Wieland Mundt versuchte, den typischen Innentäter zu beschreiben. „Es ist ein Mann, um die 40 und überdurchschnittlich gebildet“, sagte er. Der größte Teil gehört dem Topmanagement (29 Prozent) beziehungsweise dem mittleren Management (38 Prozent) an. Die höchste Dichte an Straftaten liege in den ersten zwei Beschäftigungsjahren. Die höchsten Schäden würden jedoch von langjährigen Mitarbeitern verursacht. Die meisten Straftaten seien Vemögensdelikte (41 Prozent) wie Unterschlagung, Betrug und Falschbilanzierung, gefolgt von Wettbewerbsdelikten (39 Prozent) und Korruption (13 Prozent).
Dass Betriebskriminalität kein Kavaliersdelikt ist, sondern strafrechtlich verfolgt wird, zeigte der Leiter des Zentralen Kriminaldienstes Denneburg anhand von vielen Beispielen aus der Praxis: „Ein Prokurist verlässt die Firma und nimmt Fachwissen über Produktion und Kalkulation der alten Firma mit. Sein Ziel ist, eine eigene Firma zu gründen und Kunden abzuwerben. Er brennt alle Daten auf DVD.“ Denneburg berichtete, dass es durch Einschalten der Polizei möglich war, die Daten frühzeitig zu sichern und damit den möglichen Schaden, der auf 22 Millionen Euro beziffert wurde, zu begrenzen. Das Gericht verurteilte den Mann zu einem Jahr auf Bewährung und einer Geldstrafe.

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